Der Collie / sein Wesen / Amerikaner oder Europäer?

Der Collie

 

Der Collie ist einer der ältesten britischen Hunderassen. Seine Entstehung kann bis zum 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Ursprünglich wurde er zum selbständigen Hüten von Schafen im englischen und irischen Hochland gezüchtet und eingesetzt. 

 

Seine Zuchtauslese konzentrierte sich auf Klugheit, Leistungsfähigkeit und Genügsamkeit. Darüber hinaus durfte er kein Hektiker und Wilderer sein. Diese positiven Eigenschaften und sein imposantes Erscheinungsbild ließen den Collie schon um die Jahrhundertwende in die Herrschaftshäuser Englands Einzug halten. Er wurde bald zu einem der beliebtesten Gesellschaftshunde der ganzen Welt.

 

Heute gilt er wegen seines ausgeglichenen Temperaments, seinem friedlichen Wesen und seiner Lernbereitschaft als Inbegriff des Haus – und Familienhundes, der Schönheit und Eleganz verkörpert

Durch seine Vielseitigkeit trifft man ihn aber auch auf dem Hundeplatz, sowohl als Sport-, Begleit-, Therapie- und Rettungshund. Er ist ein zuverlässiger, freundlicher, angenehmer und problemlos zu führender Begleiter. Durch seine Kinderfreundlichkeit und Treue zur Familie zeichnet er sich stets als Kamerad und Bewacher aus.

Allerdings stellt er dafür den Anspruch, ein integriertes Familienmitglied zu sein. Dieses, genügend Bewegung sowie Kopfarbeit sind die größten Forderungen, die er an seine Besitzer stellt.

 

 

Ein Zwinger ist für Ihn tabu !

 

Das Wesen des Collies und seine Bedürfnisse

 

In der Vergangenheit wurden vom Collie viele unterschiedliche Eigenschaften verlangt. Er arbeitete beim Treiben der Schafherden selbständig und gleichzeitig wurde von ihm eine enge Verbundenheit zum Menschen, dem Hirten verlangt.

 

Er entwickelte die Fähigkeit sich auf schnell wechselnde, vielfältige Aufgaben einzustellen. Trotz seiner Selbständigkeit ist er teamfähig und spürt seinen Menschen  auch nonverbal.

 

Er arbeitet selbständig im Sinne des Grundbefehls seines Herrn.

 

Diese Sensibilität ist noch tief in ihm verwurzelt. Aus diesem Grunde reagiert er sehr feinfühlig auf sein direktes Umfeld. Er fühlt Stimmungen und Gedanken seines Hundeführers direkt, so dass der Eindruck  entsteht er könne Gedanken lesen. 

 

Er liebt zwar sein Menschenrudel, ist aber eine eigenen Persönlichkeit und kein bedingungsloser Diener. Er bewahrt sich seinen eigenen Kopf und seine Selbständigkeit.

 

Da er bestrebt ist seine Aufgaben gut auszuführen, ist er leicht zu erziehen. Wird ihm seine Aufgabe mit Ruhe, Ehrlichkeit, Einfühlungsvermögen und Spaß vermittelt, hat sein Mensch es leicht mit ihm.

 

Die klassischen Erziehungsmethoden mit Druck und Zwang funktionieren beim Collie nicht. Er reagiert darauf mit Sturheit und Desinteresse.

 

Ein Collie will spielerisch begeistert werden, dann ist er ein verlässlicher Partner.

 

Der Hütetrieb ist ihm heutzutage verloren gegangen, sein Menschenrudel hält er beim Spazierengehen allerdings gern zusammen.

 

Er entwickelt eine enge Bindung zum Menschen, schließt sich aber nicht einem einzelnen Familienmitglied, sondern lieber der ganzen Familie an. Aus diesem Grunde braucht er auch den Familienanschluss.

 

Er ist ein vielseitiger Begleiter und bei ausreichend Auslauf und Beschäftigung ein angenehmer Hausgenosse.

 

Er braucht Kopfarbeit, Bewegung und eine Beziehung zu seinen Menschen.

 

Der Kontakt zu unterschiedlichen Menschen, die Zuneigung seiner Familie und das Spiel mit anderen Hunden ist ihm ein großes Bedürfnis. Er liebt es einen abwechslungsreichen Tag zu haben, und sei es auch nur als Begleiter.

 

 

Da es im 19. Jahrhundert in Schottland keine großen Raubtiere gab und beißen beim Treiben unerwünscht war entwickelte sich über die Jahre eine angeborenen Beißhemmung, was zur Folge hat, dass er sich nicht zum Jagenoder als Schutzhund eignet.

 

Durch sein gutes Image und sein freundliches Wesen ist er in der Öffentlichkeit gern gesehen.

 

Er hat ein sicheres aber sanftes Wesen, ein ausgeglichenes Temperament und eine unglaubliche schöne Ausstrahlung.

  

Amerikaner oder Brite/ Europäer?

 Wer sich einen Collie anschaffen möchte sollte sich im Vorfeld klar darüber sein, welchen Rassestandard er bevorzugt, den Britischen oder den Amerikanischen.

 

Beide Linien haben den gleichen Ursprung, sie wanderten vor Jahrhunderten mit ihren Menschen nach Amerika aus. Im Laufe der Zeit wich der Britische immer mehr vom Amerikanischen ab. Somit brachten die Europäer einen anderen Collie Typ hervor als die Amerikaner.

In Europa wird der Rassestandart vom FCI und damit vom VDH vorgegeben. Die Züchter haben sich danach zu richten. Somit wurde die Zucht des ursprünglichen amerikanischen Collies nur in Vereinen außerhalb des FCI/ VDH möglich. (siehe auch HP: Amerikanische Collies Europa)

 

Anouk, unser Amerikaner

 

Der britische Collie ist kleiner.

Britische Hündinnen verfügen über eine Schulterhöhe von 51-56 cm bei 22 kg, amerikanische Hündinnen über eine Schulterhöhe von 55-61 cm bei 23-30 kg. Britische Rüden besitzen eine Schulterhöhe von 57-61 cm bei 26 kg,

amerikanische Rüden über eine Schulterhöhe von 60-66 cm bei 27-34 kg.

 

Weiterhin ist der britische Collie zierlicher und gedrungener als der amerikanische.  Er hat eine andere Kopfform und kleinere Augen.

Das Fell verfügt über eine pflegeintensive, üppige Unterwolle.

 

Der Augen des amerikanischen Collies sind dagegen mandelförmig und von mittlerer Größe. Sie lassen sich trotz der schrägen Stellung noch weit öffnen. Der Kopf des Amerikanischen Collies ist etwas weniger schmal dafür aber flacher gezüchtet.

 

Merlin, unser Brite im Winterkleid

 

Durch die Fellstruktur unterscheidet sich die Verwendbarkeit der beiden Rassetypen. Während sich der amerikanische Collie aus Gestrüpp gut selbst befreien kann, hängt der britische Typ häufig fest und muss vom Menschen befreit, bzw. manchmal auch freigeschnitten werden. 

Aus diesem Gegensatz resultiert eine einfachere Pflege des amerikanischen Collies.

Gezüchtet wird der europäische Collie nur in den drei Farben tricolor, sable und blue merle.

 

Das Wesen des Amerikanischen Collies ist sanft, angstfrei und ausgeglichen, gleichzeitig aber auch gut motivierbar und leicht erziehbar. Er wird in 8 Farben gezüchtet (siehe auch HP: Amerikanische Collies Europa)